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Allgäuer Zeitung

Donnerstag, 2. September 2010
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
26.02.2002

Wissen um Wert der Bergwälder

Mittelberg/Kleinwalsertal (ös).
Mehr als 3000 Hektar Wald gibt es im Kleinwalsertal, aufgeteilt unter rund 250 Waldbesitzern. Die Eigentümer haben nun einen eigenen Verein gegründet. Die „Waldbesitzervereinigung Kleinwalsertal" will den Grundstückseignern eine fachliche Stütze bei den wichtigen Fragen der Waldbewirtschaftung und der Holzvermarktung sein.

93 Prozent der Walser Waldfläche befinden sich in Privateigentum. Mehr als 90 Prozent der Baumbestände sind lebenswichtiger Schutzwald, um die Tallagen vor Lawinen und Muren zu bewahren. Diese Schutzwald-Hangflächen können zumeist nur erschwert und mit großem technischen Aufwand bewirtschaftet werden. Die Folge: Ein Großteil der Waldfläche bleibt über längere Zeit sogar ganz ohne jeden Eingriff sich selbst überlassen. Hinzu kommt sehr oft, dass der Waldbesitzer weit weg von seinem Besitztum lebt. Dann gibt es auch wieder Bereiche, die nur ganz schlecht zugänglich sind, weil zum gezielten Holzeinschlag Waldwege und Forststraßen fehlen. Vor diesem Hintergrund will sich die neu gegründete örtliche Gemeinschaft von Waldbesitzern, abgekürzt WBVK, besonders einer besseren Bewirtschaftung annehmen. „Ungenutzte Bergwälder können ihre vielfältigen Funktionen, wie etwa die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion, auf lange Sicht nicht mehr erfüllen“, lautete die Erkenntnis bei der Vereinsgründung. Deshalb sei eine Waldpflege im Regelfall durch den Waldbesitzer erforderlich. Ein Tourismusgebiet wie das Kleinwalsertal könne auf diesen Beitrag von privater Seite nicht verzichten, ist den Waldbesitzern klar. Intakte Bergmischwälder stellten nun einmal ein wichtiges Landschaftselement dar. Die Vereinigung will jetzt bei einzelnen Waldbesitzern auf eine verstärkte Bewusstseinsbildung in dieser Hinsicht einwirken. Aber auch die Bewohner des Tales sollen über den Nutzen des Waldes besser aufgeklärt werden, etwa bei Waldbegehungen. Hilfestellung bei der Holzvermarktung gehört ebenfalls zu den erklärten Zielen des Vereins, der den bestehenden Forstbetriebsgemeinschaften im Allgäu ähnelt. Gegen eine Gebühr kann sich der Grundeigentümer künftig nach Wunsch beraten lassen. Obmann der frischgebackenen Organisation ist Waldaufseher Stefan Fritz, Stellvertreter ist Andreas Haid.

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