Was das Netz liefert
Von Christine Kindt
Sonthofen - Unter dem Titel „Alpine Feelings“ stellen 13 „Webisten“ -
Künstler, die ihren Computer und seine digitalen Möglichkeiten für ihre Arbeiten verwenden - aus
acht Ländern ihre Arbeiten im Art-Café Sonthofen aus. Das „Netz“ liefert ihnen das Rohmaterial wie
etwa Fotos, die sie dann auf ihre eigene Weise verwerten und verwandeln. Aber es dient ihnen auch
als Medium zur Zusammenarbeit, indem sie ihre Arbeiten formal oder auch thematisch abstimmen, oder
in dem sie gemeinsame Arbeiten kreieren.
Das gemeinsame Motto, das etwa mit „Berggefühle“
übersetzt werden kann, haben nur einige von ihnen aufgegriffen. Arno Signarowski aus Gladbeck etwa
zeigt surreal anmutende, verzerrte Schneelandschaften als Digitalprints mit dem Titel „Seltsame
Erscheinungen beim Wandern durch die Alpen“. Mit harmonisch-runden Formen interpretiert Ingrid
Kamerbeek aus Sonthofen ihre Berge, während Parys St. Martin aus Australien und André Maitre aus
der Schweiz reale Bergfotografien mit geometrischen Formen kombinieren.
Mehrere Bilder
übereinander fügt Dr. Michael Schetsche aus Freiburg zu einer neuen Wirklichkeit: Er lässt etwa
eine Person wie einen farbigen Schatten auf einer Mauer erscheinen. Mariano Petit de Murat aus
Mexiko gestaltet aus mehreren realen Bildern einen abstrakt wirkenden Hintergrund für eine Figur.
Durch Verzerren des Hintergrundes erreicht Dan McCormack aus New York eine ähnliche
Wirkung.
Formen aus dem Computer kombiniert Norbert Strippel aus Löhlbach mit Airbrush. Georg
Hübner aus Österreich setzt auf barock anmutende Muster, in denen der Erdball in den
verschiedensten Größen eingefügt ist, oder auf einen spiralförmigen Schlund aus Zahnrädern. Fast
wie herkömmlich gemalte Bilder wirken die Arbeiten von Dr. Rodney Chang aus den USA: Nur
rasterartige Muster lassen dort den Druck erkennen.
Die Wirkung eines zarten Aquarells zeigt
auch die Arbeit „Unvollendeter Pytom” von Henry Janok aus Kanada. Mit ihrer Mixed-Media-Arbeit
„Sexy“, einer Collage aus mehreren Papierschichten, auf denen schwarze Linien Figurales zeichnen,
wendet sich auch Ingrid Kamerbeek eher der Malerei zu. Erato Tsouvala aus Griechenland schließlich
zeigt durchaus herkömmlich entstandene Arbeiten: Mit seinen in Acryl gemalten Bildern huldigt er
dem Schönheitsideal der menschlichen Figur, wie es schon seine Vorfahren in der Antike
taten.
iDie Ausstellung „Alpine Feelings“ im Art-Café ist noch bis zum 10. Februar täglich -
außer sonntags - von 9.30 bis 18 Uhr zu sehen.


