
Milchbauern suchen Weg in die Zukunft
Neue Wege gingen bei der Jahresversammlung des Bayerischen Bauernverbands (BBV) Oberallgäu in
Petersthal Kreisobmann Alfred Enderle und seine Mitstreiter: Gruppenweise erarbeiteten sie
Vorschläge, wie dem Ende der staatlichen Milchquote im Jahr 2015 zu begegnen ist. Thema des
kollektiven Nachdenkens war auch, wie Milcherzeuger und Molkereien in bessere
Preisverhandlungspositionen gegenüber dem Einzelhandel gelangen könnten. Enderle stellte
in einem Einführungsvortrag die derzeit bekannten Möglichkeiten vor, mit den Ideen der
Basis will der Kreisverband die Meinungsbildung im Bauernverband mit beeinflussen.
Mit
Molkereistruktur zufrieden
Es stellte sich heraus, dass die meisten Landwirte mit
der
vorhandenen Molkereistruktur zufrieden sind. Gefordert wird aber
eine «bessere
Vermarktung von Regionalität und
Qualität des Allgäus». Die
Bündelung der
Landwirte in Milcherzeugergemeinschaften erscheint vielen
sinnvoll -
zugleich fehlt der Glaube, dass es funktioniert. Eine
andere Gruppe rechnet damit, dass der
sich abzeichnende
Flächenmangel das Problem der Überproduktion «von
selbst» regeln werde.
Vormittags hatte Staatssekretär Dr. Gerd
Müller zum
Thema «Schwerpunkte der zukünftigen
Agrarpolitik»
referiert. Er zeigte sich überzeugt,
dass Marktkräfte allein nicht die Lösung
für die
bäuerliche Landwirtschaft sein können. Andererseits
müsse
«ein Instrumentarium für die Milch erst
entwickelt werden», um die Spitzen
der Preisschwankungen
abzufangen.
In diesem Jahr werde außerdem
über die Gemeinsame
Europäische Agrarpolitik (GAP) und ihre Finanzierung von
2013 bis 2020 entschieden.
Kreisobmann Enderle forderte Meinungsbildung und
Weichenstellungen für die Zeit nach dem Ende der staatlichen
Milchquote.
Kreisbäuerin Ulrike Müller berichtete von
den Bemühungen der Landfrauen, im
Dialog mit den
Verbrauchern zu bleiben. (js)


