Zwangspause bei grippalem Infekt
Bei der Vorbereitung auf einen Wettkampf stellen sich Athleten vielen Fragen, um ihre Physis auf
die Höchstbelastung vorzubereiten. Wie ernähre ich mich richtig? Wann trainiere ich was?
Wie gehe ich mit Verletzungen um? Oder: Wo beginnt Doping und wie dosiere ich
Nahrungsergänzungsmittel richtig? Beim Sportmedizinischen Forum im Immenstädter Hofgarten
gaben Experten Tipps für die Praxis. Triathlet Ralf Eggert aus Burgberg schwört auf Red
Bull und Cola im Wettkampf. Für den ehemaligen Präsidenten der Deutschen Triathlon-Union
und Orthopäden Dr. Martin Engelhardt aus Osnabrück, ist Triathlon ähnlich
Doping-gefährdet wie der Radsport, den er deswegen gar nicht mehr in den Medien verfolgt.
«Zum Sklaven des Pulsmessers» sollte sich laut Dr. Florian Porzig (Fischen), der als
Mannschaftsarzt die Nordischen Kombinierer betreut, keiner machen. Und Dr. Jan Schneider, selbst
Triathlet und Orthopäde aus Oberstdorf, schwört auf ganzheitliche Rumpfstabilisierung,
Dehnen und abwechslungsreiches Athletiktraining.
Die Tipps im
Überblick
Wie bereite ich mich auf einen Langdistanz-Wettkampf wie die
Triathlon-WM vor?
Für Anfänger, gerade für Jugendliche, wird
ein
systematischer, langjähriger Leistungsaufbau empfohlen. Mit
sechs bis acht
Jahren sei zu rechnen, um Sehnen, Knochen und
Muskeln langsam an die Belastung zu
gewöhnen. Profis sollten
sich ein Jahr Vorbereitung gönnen. Mit intensivem
Training
mit 600 bis 700 Radkilometern, 100 bis 120 km Laufen und 20 bis
30 km Schwimmen
jeweils pro Woche sollte vier bis fünf
Monate vor dem Wettkampf begonnen werden. Das
ergibt ein Pensum
von etwa 40 Stunden Training pro Woche.
Wann und wie muss
man mit Regeneration einsetzen?
Zwei Wochen vor einem Wettkampf sollte man mit
Entlastungstraining beginnen und langsam reduzieren. Schmerzen
ausreizen sei der falsche Weg.
Wenn schon ein Ironman zuvor
bestritten wurde, oder noch bestritten wird, soll man sich
klar
einen Jahreshöhepunkt wählen und alles andere locker
angehen.
Regenerationszeiten sind individuell verschieden. Die
Spanne geht von zwei Wochen bis zu zwei
Monaten.
Wie gehe ich mit Verletzungen oder Erkrankungen um?
Im
Training sollte man auf seinen Körper hören,
Schmerzen ernst nehmen und einen
Fachmann aufsuchen. Sonst
können Ermüdungsbrüche die Folge sein. Bei
fiebrigen Infekten, die mit Antibiotika behandelt werden, darf
man nach einer kompletten Pause
erst langsam wieder einsteigen.
Bei leichten Erkältungen kann man mit niedrigem Puls
weiter
trainieren.
Dass im Wettkampf Schmerzen gegen Ende auftreten, sei
normal.
Doch wenn man nach zehn Kilometern laufen Probleme mit der
Hüfte bekommt,
muss man aufhören. Wehwehchen könne
man im Wettkampf auch mal
wegdrücken.
Ist es sinnvoll, Schmerzmittel im Wettkampf
einzunehmen?
Die schmerzlindernde und Blut verdünnende Wirkung von
Aspirin bestätigen die Experten, sinnvoll und gesund sei die
Sache nicht. Dass das Blut
besser fließt, könne bei
einem Unfall zurückschlagen. Auch Magenbluten und
Blut im
Urin und Durchfall seien oft die Folge. Durch die sportliche
Belastung allein
werde der Magen-Darm-Trakt bereits gereizt.
Wie ernähre ich mich
richtig?
Ganzjährig eine intelligente Basisernährung mit
Mischkost
sei das Wichtigste im Training. Dadurch würden
auch Rennen entschieden. Daher sei der
Gang zum
Ernährungsberater für Profis essenziell. Vor dem
Wettkampf sollte man
nie etwas Neues ausprobieren.
Ein Tipp ist im Wettkampf mit Gels erst spät
anzufangen und
sich zu Beginn noch an Bananen und Riegel zu halten. Denn: Gels
belasten
den Magen. Ab und zu geben auch Cola und Red Bull einen
Leistungsschub, der aber schnell
wieder verpufft. Mit
Elektrolyten und Eiweißen müsse der Körper wegen
des
Schweißverlusts zusätzlich versorgt werden.
Faustregel: Je wärmer das Wetter,
desto dünner der
Getränkemix, je kälter, desto gehaltvoller das
Getränk.
Sind Nahrungsergänzungsmittel aus dem Internet zu
empfehlen?
In manchen Nahrungsergänzungsmitteln, die man im Internet
beziehen kann, wurden in Doping-Tests Steroide und Stimulanzien
nachgewiesen, die nicht auf
der Packung vermerkt waren. Zudem sei
beispielsweise eine ganzjährige Einnahme von
Vitamin C, E,
Beta-Carotin oder Selen kontraproduktiv. Die Wirkung würde
sich bei
Überdosierung umkehren und Radikale-Fänger
würden zu freien
Radikale-Produzenten. Bedenkenlos zu
empfehlen sind seriös getestete Präparate:
Info:
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