Sozialpreis" des Bezirks für die Tagesstätten
Sonthofen/Augsburg (pm). - Die Tagesstätte für psychisch kranke Menschen in Sonthofen des Diakonischen Werkes ist einer der Preisträger des erstmals vom Bezirk Schwaben vergebenen "Sozialpreises" (wir berichteten). Ebenso ausgezeichnet wurde die Tagesstätte Kempten (Träger: Diakonisches Werk/Johannisverein Kempten). Beide Einrichtungen nahmen mit Mitarbeitern, Betroffenen und Ehrenamtlichen an der Feier in Augsburg teil.
Dort gab es von Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert als Auszeichnung eine Urkunde; denn der
Sozialpreis ist mit keiner finanziellen Förderung verbunden. Reichart: "Wir wollen einer
Arbeit eine öffentliche Plattform geben, die oft im Stillen geschieht." Das sei "eine
sehr schöne Anerkennung für unsere effektive Arbeit", sagte die Sonthofer Leiterin und
Bezirksrätin Barbara Holzmann. Die Tagesstätte sei in der Region für viele Menschen wichtige
Anlaufstelle. Wesentlich ist für Holzmann, dass das Angebot unkompliziert sei.
Mit dem
Sozialpreis will der Bezirk künftig jährlich Initiativen und Projekte auszeichnen, die ihre
finanziellen Mittel effektiv einsetzen und so zum Umbau der schwäbischen Soziallandschaft
beitragen. Weiter soll der Preis verstärktes Augenmerk auf den qualifizierten Einsatz
Ehrenamtlicher legen.
"Wir gehen eine Sozialplanung an, die konsequent ambulante vor
stationäre Hilfen setzt, die mehr Heimat als Heim bietet und zur Integration behinderter,
pflegebedürftiger und psychisch kranker Menschen beiträgt", so Reichert. Das entspreche den
Ansprüchen der Betroffenen, die sich überwiegend ein Leben außerhalb von Institutionen wünschten.
Zudem sei eine integrative, wohnortnahe Sozialpolitik längerfristig kostengünstiger.
"Die
Tagesstätten erfüllen auf besondere Weise die Anforderungen des Sozialpreises", betonte
Reichert. Sie fördern demnach Besucher individuell in ihren Fähigkeiten und leisten einen
erheblichen Beitrag zur Integration in die Gesellschaft und zur Alltagsbewältigung der Betroffenen.
Tagesstätten verhinderten als unverzichtbarer Bestandteil des sozialpsychiatrischen Netzes eine
"Drehtür-Psychiatrie" mit wiederholten Klinikaufenthalten. Wichtig sei in den
Tagesstätten das freiwillige Bürger-Engagement, dankte Reichert.


