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Allgäuer Anzeigeblatt

Allgäuer Zeitung

Donnerstag, 13. Dezember 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
24.05.2002

Für Seenotretter mit dem Radl bergauf

Oberstaufen-Aach (ell).
Per Fahrrad immer nur rauf und runter – so hatten sich die Ruhrpottler Bianca Schumann und Michael Moll die Voralpen-Etappe ihrer 3000-Kilometer-Tour quer durch Deutschland nicht vorgestellt. Aber was tut man nicht alles für einen guten Zweck. Für Seenotretter tritt das Paar aus Essen seit 6. Mai tagtäglich kräftig in die Pedale. Auf dem Zwischenstopp für eine Nacht auf dem Zeltplatz in Oberstaufen-Aach erzählten die beiden dem Allgäuer Anzeigeblatt von ihrer „Mission“ zugunsten der Schifffahrt.

Weil sie für ihr Leben gern den Urlaub auf dem Fahrrad verbringen, planten die 24-jährige Krankenschwester und ihr Freund, Sozialversicherungsfachangestellter und 28 Jahre alt, nach einer Europa-Tour diesmal Deutschland zu durchqueren. Dabei kamen sie auf die Idee, ihr Projekt nicht anonym in aller Stille durchzuziehen, sondern für einen guten Zweck zu radeln. Übers Internet informierten sie sich über humanitären Einrichtungen und stießen auf die „Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger“. Promi-Unterschriften Die Seenotretter, die seit 1865 Jahr für Jahr mehrere hundert Menschen auf See aus kritischen Situationen befreien, waren begeistert von der Idee des Paars. Ausgestattet mit drei verwitterten Fahnen von Booten der Gesellschaft – die Rettungsflotte hat 60 Einheiten –, machten sich Bianca Schumann und Michael Moll von Emden aus an den Start. Unterwegs wird Halt gemacht bei allen möglichen „Promis“, die mit ihrer Unterschrift die bei Liebhabern begehrten Fahnen mit dem Hansekreuz noch wertvoller machen. So wertvoll, dass sie bei einer späteren Versteigerung in Bremen etliche Tausend Euro für die ausschließlich durch Spenden gefüllte Kasse der Seenotretter einbringen dürften. So hatten Bianca und Michael schon viel Spaß bei einem Zusammentreffen mit Heino in Bad Münstereiffel („sehr nett, sehr höflich, der Mann“) und hoffen auf weitere interessante Begegnungen etwa in München mit der FC-Bayern-Torwartin Kathrin Lehmann oder Peter Lustig, auf den sich Bianca ganz besonders freut („Den mag ich gern!“). Harald Schmidt und die halbe Lindenstraße werden sich auf den Fahnen ebenfalls verewigen. Recht anstrengend Soweit der größte „Spaßfaktor“ der Tour. Ansonsten finden es Bianca und Michael schon auch recht anstrengend, mit den Trekkingrädern und viel Gepäck etwa meterhohe Überschwemmungs-Wellen auf dem Radweg bei Koblenz oder Berg- und Talfahrten im Allgäu zu überwinden. „Aber es ist auch wunderschön, die verschiedenen Landschaften in Etappen von 20 bis 30 Kilometer pro Tag in aller Ruhe zu bewundern“, schwärmen die beiden. Und wundern sich, dass sie die neu erkundeten Regionen oft besser kennen als die Einheimischen: „Es ist doch erschreckend, wenn Leute nicht wissen, dass direkt vor ihrer Haustür der Bodensee-Königssee-Radweg vorbeiführt.“

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