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Allgäuer Zeitung

Donnerstag, 15. November 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
14.08.2004

Rarität per Zufall entdeckt

Bad Hindelang (bil).
Sie ist nur zehn bis zwölf Zentimeter lang, hat einen einfachen, geraden Stil und zarte weiße Blüten aber sie ist eine botanische Sensation. Die „Steife Miere“ (botanisch Minuartia stricta) galt in ganz Mitteleuropa seit 1877 als ausgestorben. Wie kurz berichtet, wurde sie jetzt im Ostrachtal bei Bad Hindelang entdeckt.

Der Botaniker Alfred Buchholz war dort bei der Alpenkartierung im Auftrag des Landesamtes für Umweltschutz unterwegs. Er kartiert seit 13 Jahren und ist mit sämtlichen heimischen Pflanzen vertraut. Als er bei Kartierungen im Ostrachtal die weißen Blüten der Miere sah, war er sich sofort sicher, besonders seltene Pflanzen gesichtet zu haben. „Es gibt immer Pflanzen, die ungewöhnlich aussehen, aber das habe ich noch nie gesehen“, so der Biologe.
Diese Vermutung sollte sich bestätigen: Buchholz zufolge kommt die Minuartia stricta normalerweise nur mehr in skandinavischen Ländern, Kanada, Lappland und Sibirien vor. Während der Eiszeit sei sie auch im Alpenvorland verbreitet gewesen. Im Allgäu sei die fingerhohe Pflanze mit dem fast kahlen Stengel früher in Hochmooren gewachsen. Mit dem Klimawechsel sei sie aber zurückgedrängt worden.
Die Steife Miere ist dem Botaniker zufolge der spektakulärste Fund, der im Allgäu bei den Alpenkartierungen auftrat. Buchholz und seine Kollegen sind im Rahmen dieser Arbeiten seit drei Jahren in den Allgäuer Alpen unterwegs. Nächstes Jahr werden die Kartierungen in Berchtesgaden fortgesetzt. Bis 2006 soll die Aufnahme der Pflanzen in den Alpen abgeschlossen sein.

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