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Allgäuer Zeitung

Donnerstag, 15. November 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
06.12.2001

Hochburg für Springer und Kombinierer

Von Barbara Hell
Oberstaufen Die große Oberstaufener Skitradition, an die der Marktgemeinderat jetzt durch Erneuerung der Skiliftanlagen und Beschneiungsmaschinen wieder anknüpfen will, reicht weit zurück. Schon in den Jahrzehnten zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg waren Staufen, Hochgrat und die damalige „Allgäu-Schanze“ zwischen Hündle und Oberstaufen Austragungsort für zahlreiche Meisterschaften, ob Allgäuer, Bayerische oder 1921 gar Deutsche Meisterschaften. Stolz auf eine Vergangenheit, in der Oberstaufen neben Oberstdorf Hochburg der Springer, aber auch der Nordischen Kombinierer war, ist der Skiclub mit seinen 650 Mitgliedern noch heute. Den sagenhaften Aufstieg zum Austragungsort für FIS- und später Weltcup-Rennen zwischen den 60er und 90er Jahren habe man schließlich schon dem Engagement der „Altvorderen“ in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu verdanken, verweist der heutige zweite Vorsitzende Hans Karl Bechteler auf den legendären „Skivater“ Gebhard Kirchmann, mit dem 1908 der Skiclub aus der Taufe gehoben wurde und der als erster den Ehrenbrief des Deutschen Skiverbandes im Jahre 1930 bekam. Unter dessen Ägide wurde Oberstaufen zum Treffpunkt der Weltspitze der Springer vor dem Zweiten Weltkrieg. 1910 wurde in Hinterstaufen eine große und eine kleine Schanze gebaut. Der weiteste gestandene Sprung: 22 Meter. Nach dem Ersten Weltkrieg entschied der Allgäuer Skiverband, dass eine große Sprungschanze entstehen sollte. 2000 Mark wollte der Verband dafür zuschießen. Am 25. September 1920 fiel die Entscheidung für für den Vorschlag aus Staufen, die Allgäuer Schanze wurde zwischen Hündle und Oberstaufen gebaut. Drei Jahre später entstand für junge Springer eine Schanze am Kapf – dort, wo heute Krankenhaus und Kurhotel Sonneck stehen. Willi Bogner siegt knapp 1921 war Oberstaufen Gastgeber der Deutschen Nordischen Meisterschaften. Die Zuschauer drängten sich zu Hunderten am Rand der Allgäuer Schanze und bewunderten die sagenhaften Sprünge der damaligen deutschen Elite. Zu ihr gehörten bald auch Springer aus Oberstaufen: Gebhard Wucherer erreichte bei den Deutschen Meisterschaften in Oberstdorf 1930 eine Weite von über 50 Meter, ein Jahr später stellte er beim Allgäuer Verbandsspringen mit einem 53-Meter-Sprung auf der Allgäuer Schanze einen neuen Schanzenrekord auf. Fidel Wagner wurde 1934/35 Allgäuer Meister in der Nordischen Kombination. Und Heinrich Wiedemann war jüngster Anwärter für die Olympiamannschaft, um die Teilnahme brachte ihn dann aber eine Verletzung. Mit dabei aus Oberstaufen: Fidel Wagner, Hans Hieble und Michael Kirchmann.

Ein Highlight erlebte Oberstaufen 1937/38 bei den Bayerischen Meisterschaften: In der Kombination gewann Willi Bogner ganz knapp vor Fidel Wagner. Der Abfahrtslauf vom Hochgrat ist Legende. Mittlerweile war Oberstaufen in der Organisation von Meisterschaften, ob Oberallgäuer, Allgäuer oder Bayerische, versiert – ein Know-how, auf das der Skiclub nach der durch den Zweiten Weltkrieg erzwungenen Pause als Austragungsort für bedeutende Rennen zurückgreifen konnte.

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