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Donnerstag, 15. November 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
10.09.2004

Denkmal erinnert an gefallene „Jäger“

Von Veronika Krull

Oberallgäu
Vor 80 Jahren wurde das Jägerdenkmal auf dem Grünten als Erinnerung an die 3000 gefallenen Angehörigen des „Jägerregimentes 3“ - des ersten deutschen Gebirgstruppenteils – eingeweiht. Im Innern des Denkmals sind ihre Namen verewigt. Am Sonntag, 12. September, findet im Rahmen des 56. „Grüntentages“ die zentrale Gedenkfeier auf dem „Wächter des Allgäus“ statt, und zwar bei jeder Witterung.
Wenn man es genau nimmt, steht das Denkmal auf dem 1 738 Meter hohen Übelhorn – eine kleine Wanderung von der weithin sichtbaren Sendeanlage des Bayerischen Rundfunks entfernt. Wer den Weg zum Gipfel hinter sich gebracht hat, wird dort oben – gute Sicht vorausgesetzt – mit einem grandiosen Blick von der Donau bis zu den Bergspitzen der Ostschweiz, vom Bodensee bis zum Wetterstein belohnt.
Dabei sollte der trutzige Bau zunächst auf dem Steineberg entstehen, weil in Immenstadt eine Ersatzabteilung des Regiments stationiert war. Schließlich setzte sich aber der damalige Bürgermeister von Rettenberg mit dem Vorschlag durch, das Denkmal auf dem Grünten zu errichten. Mit der Planung und später mit der Bauleitung wurde 1921 Architekt Bruno Biehler aus Freiburg beauftragt, der dem „Jägerregiment 3“ angehört hatte.
Für die recht gewagte und im Allgäu ungewöhnliche Gestaltung des Denkmals ließ sich Biehler von einem buddhistischen Sakralbau in Tibet inspirieren: Auf einem fast quadratischen Unterbau wurde eine Bruchsteinrotunde mit einem hohen, kegelförmigen Gewölbeaufsatz platziert. Darin wurde der Gedenkraum mit Tafeln für die Namen der Gefallenen eingerichtet. Die Finanzierung erfolgte überwiegend durch Spenden und Eigenmittel der Kriegskameradschaft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte die Erweiterung des Denkmals zur Erinnerungsstätte für die gefallenen deutschen Gebirgsjäger und für alle Opfer von Krieg und Gewalt. 1958 wurde der Grüntendenkmal-Erhaltungsverein gegründet, dem es auch gelang, das Bauwerk in die Liste der geschützten Denkmäler aufnehmen zu lassen. 2001 wurde noch eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Gebirgssoldaten der Bundeswehr aus dem Allgäu enthüllt, die im Dienst oder im Einsatz ihr Leben verloren haben.
Das Jägerdenkmal ist untrennbar mit dem „Grüntentag“ verbunden. Er wurde ab 1949 bis 2002 regelmäßig am zweiten Wochenende im September von der Gebirgsjägerkameradschaft Sonthofen durchgeführt und wird seither von der Truppen- und Gebirgsjägerkameradschaft Grünten organisiert.

Die Gedenkfeier am kommenden Sonntag beginnt um 10.30 Uhr und von „Grüntenpfarrer“ Monsignore Hermann Völck gemeinsam mit den evangelischen und katholischen Militärpfarrern Werner Vogl und Lothar Winner gestaltet. Für alle, die den Weg zum Grünten nicht mehr auf sich nehmen können, wird zeitgleich ein Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Michael in Sonthofen zelebriert. Um 14 Uhr findet dann im „Haus Oberallgäu“ ein Kameradschaftsnachmittag statt. Bereits am Samstag wird um 17 Uhr auf dem Sonthofer Friedhof eine Gedenkfeier abgehalten. Nach Einbruch der Dunkelheit und bei guter Witterung wird das Jägerdenkmal auf dem Grünten beleuchtet.

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