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Allgäuer Zeitung

Donnerstag, 13. Dezember 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
20.12.2005

Ungebremste Schaffenslust

Von Gunther le Maire
Burgberg - Seinen 75. Geburtstag feierte gestern der bekannte und geschätzte Maler Arnulf Heimhofer, am 19. Dezember in Burgberg geboren. Er gilt heute als einer besten Maler des Allgäus.
Schon als Schüler war er sich seiner Lebensaufgabe bewusst. Nach Oberrealschule und einer Schreinerlehre ging er an die Akademie der Bildenden Künste in München. Seit 1965 lebt er als freischaffender Künstler in Burgberg. Er wurde vielfach ausgezeichnet - mit den Kunstpreisen der Städte Kempten und Marktoberdorf, der Sieben-Schwaben-Medaille des Bezirks, der Bundesverdienstmedaille und etlichem mehr. Vernissagen seiner Ausstellungen sind in der Regel überfüllt.
Heimhofers Arbeiten leben von der vitalen Malfreude. Seine Motive sind unprätentiös: Küsten, Landschaften mit Bergen, Figurengruppen, Blumen, Stilleben, Häuser, Frauenköpfe - die Männer interessieren ihn nicht so sehr. Heimhofer malt mit konservativen Mitteln: Öl auf Leinwand, Aquarellfarben und Bleistift auf Papier. Er mag keine thematischen, gestalterischen oder Material-Gags, sondern verlangt handwerkliches Können. Das vielfache Übermalen und Verbessern ist für seine Arbeiten typisch. Formen. Figuren und Landschaften entstehen durch die Farbe, nicht durch illustrierende Linien.
Im Reichtum der Farbnuancen, in der Souveränität des Farbeinsatzes, in der Brillanz seiner Farbverwendung liegt der wichtigste Beitrag Heimhofers zur Kunst des Allgäus. Zusätzlich bestimmt sein Duktus, die Art, wie die Farbe ins Bild gebracht wird, die Farbwirkung erheblich. Zur großartigen Farbbehandlung fügt Heimhofer eine strenge Bildstruktur, den festen Bildaufbau hinzu. Deshalb bewundert er Anselm Feuerbach oder Tiepolo
Heimhofer hat, auf seine meist großformatigen Bilder angesprochen, gerne gewitzelt, er male nicht „für Kleinhuisler“. Tatsächlich aber wählt er die Bildgröße danach, wie sich am besten mit Pinseln seine bevorzugte Breite bearbeiten lässt. Das Ornamentale, bei seinem Lehrer Prof. Hermann Kaspar stark ausgeprägt, hat Heimhofer im Wandfresko oft eingesetzt. Druckgrafik hat er nie gemacht.
Heimhofer ist kein realistischer Maler, sondern stellt Ideallandschaften dar, Spielfelder seiner Farblust. Das Motiv, oft Reiseskizzen, ist nur formale Grundstruktur. Es wird nach Lust und Notwendigkeit geändert. Es wird auch nicht versucht, Typisches von „Island“ oder „Südspanien“ wiederzugeben, sondern der Lichteindruck des südlichen Motivs z.B. hat keine andere Funktion als das Auslösen einer Farborgie mit Lichteffekten.
Seine gemalten Personen haben kein Alter, sind ohne zeitliche Zuordnung, lachen nicht und weinen nicht, haben oft einen melancholischen Anflug, aber sind nicht traurig. Es gibt übrigens kein einziges Selbstporträt von ihm, obwohl er das Porträtmalen ja pflegt.
Heimhofer hat im Oberallgäu, in Kempten und in manch anderem Ort bis nach Oberfranken oder Niederbayern große Arbeiten an Fassaden und in profanen und sakralen Räumen geschaffen, zum Beispiel die Deckengemälde in St. Michael in Sonthofen, die Medaillons in St.Verena in Fischen, die Fassade der Königseggschule Immenstadt oder die Malereien am Treppenaufgang im Hofgarten in Immenstadt. Seltener sind plastische Arbeiten von Heimhofer wie die Kraniche vor der Schule in Stein, eine Wetterhexe in Bühl oder das Wirtshausschild der Sonne in Burgberg.
Heimhofer war auch ein wirkungsvoller Kunstmanager. Zwei Jahrzehnte war er im Vorstand des Berufsverbandes Bildender Künstler Schwaben Süd und neun Jahre lang dessen Vorsitzender. Er begründete die Ausstellungen in Irsee und in Füssen und beschaffte ständige Ausstellungsräume für die Berufskünstler. Heimhofer hat einen Förderverein für Bildende Kunst ins Leben gerufen und ist heute noch dessen Vorsitzender. Seine eigene „Kreuzgalerie“ in Burgberg wird zusehends zu einem vielfältigen Kultur-Veranstaltungsort. Heimhofer hat mit seinen viele Jahre durchgeführten Malkursen viele Hobbymaler zu guten Künstlern entwickelt. Zu seinen Schülern gehören Armin Gehret, Lisl Geduld, Edith Baumann oder Gunther le Maire.
Auch für den 75-jährigen mit dem umwerfenden Humor ist das Malen umfassender Lebensinhalt. Er arbeitet unverändert rastlos. Sicherlich plant er bereits wieder neue Ausstellungen seiner Werke.

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