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Allgäuer Zeitung

Samstag, 21. Juli 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
31.01.2009

Robust ist es, genügsam und außerdem noch sehr zutraulich

Sie gelten als robust, genügsam und wetterhart - und sie sind vom Aussterben bedroht. Alpine Steinschafe sind eine Seltenheit geworden, nur noch rund 200 Muttertiere leben in ganz Deutschland. Umso bemerkenswerter, dass es gleich zwei Herden in Wertach gibt. Eine davon gehört der Familie Leinthaler. Auf ihrem Hof in Hinterreute leben elf Mutterschafe und ein Bock, außerdem einige Lämmer.

Andrea Leinthaler, die Landwirtschaft studiert und ihre Diplomarbeit über die Erhaltung alter Haustierrassen geschrieben hat, züchtet die Steinschafe mit großer Leidenschaft: «Diese Tiere sind etwas ganz Besonderes», schwärmt sie. Im Gegensatz zu anderen Rassen sei das alpine Steinschaf sehr zutraulich und damit geradezu ideal für eine Hobby-Züchtung. Das einzige Manko: Die Steinschafe sind - eben aufgrund ihrer Seltenheit - relativ schwierig zu bekommen. Beim Kauf sollte man genau auf die Herkunft achten: Durch den nur noch kleinen Bestand besteht die Gefahr von Inzucht. Hat man aber erst einmal weibliche Tiere und einen Bock, kann sich die Herde schnell vergrößern: «Diese Schafe sind sehr fruchtbar und haben oft Zwillinge», erzählt Andrea Leinthaler.

Die Wertacherin schätzt vor allem die Wolle ihrer Vierbeiner: Für ihre Familie - die übrigens neben den Eltern aus acht Kindern besteht - filzt sie gerne Kleidungsstücke. «Für derbe, grobe Sachen ist die Wolle sehr gut geeignet», sagt sie.

Aus wirtschaftlichen Gründen auf andere Arten umgestiegen

Dass dem alpinen Steinschaf das gleiche Schicksal droht wie vielen anderen alten Haustierrassen, liegt vor allem daran, dass andere Arten mehr Fleisch liefern. «Man ist aus wirtschaftlichen Gründen auf schwerere Rassen umgestiegen», erklärt Leinthaler. Dabei sei das Fleisch, das die Steinschafe liefern, von sehr guter Qualität.

Ihre Begeisterung für die seltene Rasse hat die Familie vor vier Jahren eher zufällig beim Kauf einer bayerischen Landgans (ebenfalls vom Aussterben bedroht), entdeckt. Der Gänse-Züchter hatte Steinschafe. «Die haben mir sofort gefallen», erzählt Andrea Leinthaler lachend.

Der Erhalt alter Rassen ist ihr ein großes Anliegen. Nur so gebe es weiterhin eine Genvielfalt, und das könne auch aus wirtschaftlicher Sicht bedeutsam werden: Will man bestimmte Eigenschaften durch Kreuzung erzielen, muss man die dafür nötigen Gene zur Verfügung haben. Und je mehr Rassen es gibt, desto mehr verschiedene Gene gibt es auch.

Mit ihrem Idealismus hat Andrea Leinthaler schon eine weitere Wert- acher Familie angesteckt, die auch unter die Herdbuchzüchter gegangen ist. Und gerne möchte die achtfache Mutter weitere Züchter von der Besonderheit des alpinen Steinschafs überzeugen. «Warum nicht hobbymäßig auf eine solche Rasse gehen? Man hat garantiert Spaß daran», verspricht sie.


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