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Allgäuer Zeitung

Donnerstag, 13. Dezember 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
18.04.2009

Eine Bäuerin lichtet den Dorfalltag ab

Arbeiten der Missener Fotografin Auguste Städele sind in einer Ausstellung im Allgäuer Bergbauernmuseum in Diepolz zu sehen. Sie stammen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Die Bilder dokumentieren das ungewöhnliche künstlerische Engagement einer Bauersfrau und geben zugleich Einblick in das dörfliche Leben Anfang des 20. Jahrhunderts.

Auguste Städele (1879 - 1966) stammte aus der Familie Hirnbein und war Bäuerin in Missen. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg überließ ihr der Dorfpfarrer eine Kamera und Auguste Städele wurde zur Bild-Chronistin ihrer großen Familie und ihrer Heimat. Sie fotografierte ihr Dorf und die Menschen, die dort lebten, dokumentierte das Arbeiten sowie Feste und Feiern. Spätestens im Jahr 1930 gab Auguste Städele ihre fotografische Tätigkeit wieder auf und verkaufte nach dem Zweiten Weltkrieg Kamera und Stativ an einen Lehrer.

Vor gut einem Jahr wurden über 500 Glasplatten-Negative aus dem fotografischen Nachlass der Auguste Städele entdeckt; sie lagen jahrzehntelang wohlverpackt in einer Tenne.

Dass eine Auswahl dieser Arbeiten jetzt in einer Ausstellung zu sehen ist, ist der Schwiegertochter der Künstlerin, Viktoria Städele, zu verdanken, die den Dachbodenfund für die kulturgeschichtliche Sichtung zur Verfügung gestellt hat.

Es sei ein «unglaublicher Fund», der da gemacht worden sei, sagte Christine Müller-Horn, Museumsbeauftragte der Stadt Immenstadt. So «frühe» Fotos vom Bergstättgebiet habe es bisher nicht gegeben.

Der fotografische Nachlass der Bäuerin Auguste Städele nehme eine einzigartige Stellung in der Kultur- und Fotogeschichte ein, erläuterte Kurator Jürgen Schmid bei der Vernissage. Schließlich stammen die Arbeiten aus einer Zeit, als sich die Amateurfotografie in der breiten Bevölkerung längst noch nicht durchgesetzt hatte. Diese Domäne blieb damals auch meist den Männern vorbehalten.

Fotografierende Bauern, so Schmid, habe es erst eine Generation später gegeben, fotografierende Bäuerinnen waren bisher unbekannt.

Es sei ein «großer Schatz», der da gehoben werden konnte, sagte Stadtrat Herbert Waibel aus Immenstadt und auch der Missener Bürgermeister Hans-Ulrich von Laer bezeichnete es als besonderen Glücksfall, dass die Arbeiten entdeckt wurden und wertgeschätzt werden.

Der Katalog zur Ausstellung entstand im Verlag Hephaistos. Bei der Ausstellungseröffnung, bei der Christine Ritter vom Museumförderverein ein Gedicht von Dorfpoetin Agathe Milz vortrug, spielte die «Stubenmusik Börlas».

Ausstellungsdauer: Fotografien von Auguste Städele, bis zum 28. Juni im Bergbauernmuseum Diepolz. Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr.


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