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Allgäuer Zeitung

Montag, 29. August 2016
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
22.08.2009

Widerwärtiges aus dem Internet gespeichert

Nur einige wenige Ausschnitte aus den Kinderpornografie-Videos mutete sich Richterin Brigitte Gramatte-Dresse zu. Ein Kriminalbeamter hatte die Beweisstücke auf einem Laptop im Verhandlungssaal des Amtsgerichts Sonthofen angeklickt. Dann war es der Richterin genug an vorgeführten Widerwärtigkeiten.


Die Vorsitzende verurteilte einen bislang nicht vorbestraften
jungen Mann zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten, bei
der neben der verordneten dreijährigen Bewährungszeit
eine hohe Geldbuße ins Auge springt. «Wegen des
Erwerbs und des Besitzes sowie der Weiterverbreitung von
Kinderpornografie-Schriften» - so heißt der
Straftatbestand im Gesetzbuch, selbst wenn es sich um
digitalisierte und virtuelle Formen handelt - muss der Angeklagte
je 4000 Euro an hiesige Kinderschutz-Einrichtungen zahlen. Er
akzeptierte dennoch das Urteil postwendend.



Von 22 Filmen und Video-Clips pornografischen Inhalts, die sich
der junge Mann beim abendlichen und nächtlichen
Internet-Surfen aus dem weltweiten Netz heruntergeladen hatte,
beschäftigten sich 18 mit Kindern. Es war eben kein Zufall,
dass er gerade auf derartige Szenen beim Surfen gestoßen
war.



Eingangs der Verhandlung hatte sich der gut verdienende
Mittzwanziger, der bei seiner Mutter lebt, noch mit diesen
vermeintlichen Zufällen herauszureden versucht. Die
Vergewaltigung von Kindern, zum Teil sogar unter fünf
Jahren, und andere Sexdarstellungen Minderjähriger wurden
von dem Angeklagten im Computer und auf externen Festplatten
gespeichert.



Beamte des Landeskriminalamts Baden-Württemberg waren bei
ihren üblichen Kontrollen der Abgründe des Internets
dem Angeklagten auf die Schliche gekommen. Zwei Kriminaler legten
der Richterin im Gerichtssaal dar, wie derartige Gräuel per
Computer weiterverbreitet werden. Offensichtlich gibt es
Programme, die einen heruntergeladenen Streifen sofort an
Gleichgesinnte weiterleiten. «Kinder werden hier psychisch
umgebracht», rang die entsetzte Richterin nach Worten.



«Sie sind mitbeteiligt an der Produktion solcher Filme,
wenn Sie sich das ansehen», redete Brigitte Gramatte-Dresse
dem Beschuldigten ins Gewissen. Sie empfahl ihm, eine Therapie zu
beginnen.



«Das war eine Riesendummheit von mir», zeigte sich
der junge Mann zerknirscht. Vor Gericht schlug er die Augenlider
nieder und äußerte sich nur mit belegter Stimme.
Beobachter im Gerichtssaal sahen es ihm an, dass er sich
schämte.

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