Willkommen im Autohaus Schneider
zur Suche
zur Navigation
zum Inhalt
zum Seitenfuß

Allgäuer Anzeigeblatt

Allgäuer Zeitung

Montag, 20. November 2017
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
04.02.2011

Für einen Arbeiter ist kein Platz da

Straßen in Immenstadt sind unter anderem nach Adelssprossen und Unternehmern benannt, bislang aber nicht nach einem gestandenen Arbeiter des auch damals schon lebhaften Industrie-Standorts. Dies wird auch so bleiben. Denn eine klare Mehrheit des Stadtrats hat in seiner jüngsten Sitzung einen Vorstoß der SPD-Fraktion abgelehnt, den namenlosen Platz vor dem Literaturhaus nach dem einstigen SPD-Ortsvorsitzenden und früheren Stadtrat Josef Helfer zu benennen. Für die SPD ist der zu Lebzeiten vielfach ausgezeichnete Josef Helfer (1822 - 1961) ein «sozialdemokratisches Urgestein» und wahrer Vertreter der Arbeiterschaft.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Armin Ländle begründete gegenüber den Stadtrats-Kollegen, warum man diesem einstmals mutig aufgetretenen Sozialdemokraten einen Ehrenplatz in Immenstadt widmen sollte. Ländle wies darauf hin, dass Josef Helfer nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg politisch an führender Stelle beim Wiederaufbau Immenstadts geholfen habe, obwohl jener in der Nazi-Zeit wegen seiner Überzeugungen ins Gefängnis geworfen und sogar ins Konzentrationslager Dachau verschleppt worden sei (Info-Kasten). Das langjährige Stadtrats- und Kreistagsmitglied Helfer wurde unter anderem mit der Bundesverdienstmedaille, der ersten goldenen Bürgermedaille Immenstadts und dem Ehrenring des Landkreises ausgezeichnet. Ländle zum SPD-Antrag: «Immenstadt ist auch eine Stadt der Arbeiter. Es wäre es wert, einem Arbeiter einen Platz zu widmen.»
Zustimmung erntete die dreiköpfige SPD-Fraktion allerdings nur bei den «Aktiven». Am Ende kamen gerade mal acht Ja-Stimmen gegen 15 Nein zusammen. Der Fraktionschef der Aktiven, Herbert Waibel, nannte Helfer «einen aufrechten Menschen, der sich in schwieriger Zeit für das Allgemeinwohl eingesetzt» habe. Hingegen verlangte Kulturreferent Harald Dreher für die Grünen, dass am Literaturhaus auf eines Dichtern zurückgegriffen wird. Die weiteren Fraktionen, allen voran die CSU, sagten gar nichts, gaben aber zusammen mit den Grünen ein Nein zu Protokoll.So bleibt als einzig sichtbare Erinnerung an Helfer eine Ehrentafel auf dem Friedhof. Sinnspruch auf dem Grabstein: «Lasst Euch warnen, die Ihr richtet auf Erden.»

Zurück

Sommerzeit
Das neue Magazin Sommerzeit Oberallgäu
Veranstaltungen 2017
Veranstaltungen 2017

Die Topadresse

Kaun Rohrfrei GmbH
Rohrreinigung


Wolfen 1
87448 Waltenhofen

BUCHSHOP




EBERL MEDIEN