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Montag, 22. Juli 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
26.03.2015

Erlaubt oder verboten: Immer mehr Menschen lassen Drohnen steigen, die mit Film-Kameras ausgerüstet sind

Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Vielleicht mit einer „Drohne“? Immer mehr Menschen lassen Flugmodelle steigen, die meist auch mit einer Kamera ausgerüstet sind. Sie filmen ihr Haus und die Umgebung mal schnell von oben. Doch wo sind die Grenzen dieser Spielerei, was muss man beachten?

Gewerblich genutzte Flugmodelle brauchen eine eigene Genehmigung. Dagegen gilt für eine private Nutzung laut Christian Eckel, Pressesprecher des Polizeipräsidiums in Kempten: Für Flugmodelle unter fünf Kilogramm Gewicht ist keine extra Erlaubnis erforderlich. Jeder darf sie steuern, auch Kinder.
Allerdings gibt es Beschränkungen, wohin sie fliegen dürfen: "Nicht über dicht bebauten Siedlungen und Menschenmengen und nur auf Sichtweite", sagt Eckel. Dass dieses Gesetz etwas schwammig formuliert ist, gibt der Polizeisprecher zu. Darum sei es für ihn selbstverständlich, dass Eltern ihre Kinder begleiten, wenn sie das Flugmodell steigen lassen. Weitere Beschränkungen sind:
Verbotene Zonen
Flughäfen und Atomkraftwerke sind Sperrgebiete für Drohnen, "aber auch Unfallstellen aller Art", sagt Eckel. Egal ob mit oder ohne Rettungshubschrauber. Die Verantwortung, keine Helikopter-Flugbahn zu kreuzen, liege übrigens beim Steuermann des Modells. Wenn man also Rotorenlärm hört, dann nichts wie runter. Privatsphäre
Für Kameradrohnen gelten zudem die gleichen Regeln wie im normalen zivilisierten Umgang auch: Im Privatraum darf man nicht ungefragt knipsen und filmen, gleich gar nicht durchs Fenster. "Sie dürfen ja bei ihrem Nachbarn auch nicht in den Garten und rumfilmen", so Eckel. Egal, ob zu Fuß oder per Drohne. Noch schlimmer sei das öffentliche Verbreiten von Porträtaufnahmen, etwa in sozialen Netzwerken. Hier hat der Gesetzgeber die Privatspäre eng geschützt.
"Wer mit einer Kameradrohne in einen fremden Lebensbereich eindringt, macht sich strafbar", fasst Eckel die Rechtslage zusammen. Das Hausrecht gelte auch nach oben, solange bei geringer Überflughöhe Menschen noch individuell erkennbar seien.
Im Werbejargon liest sich das etwas anders. "Stellen Sie sich vor, Sie liegen in Ihrem Garten im Liegestuhl, setzen eine Videobrille auf, starten Ihre Drohne, und genießen dann die Welt von oben." Die Quadrocopter, also mit vier kleinen Rotoren ausgestattet, werden im Internet schon für 20 bis 30 Euro angeboten. Für leistungsfähige Modelle mit sechs oder acht Rotoren (Hexa- und Oktocopter) kann man bis 2.000 Euro hinblättern.
"Drohnen fliegen nahezu selbstständig", preist ein Hersteller sein Modell an - dank Ultraschallsensoren und einem Gyroskop. Dass mit einer Drohne trotz aller High-Tech-Ausstattung durchaus etwas schieflaufen kann, musste vergangenen August ein Ostallgäuer erkennen, der beim Konzert von Andreas Gabalier das Festspielhaus am Forggensee überflog. Dabei streifte er ein Segelboot und richtete einen Schaden von 20.000 Euro an. Ein teurer Spaß.
Solche Probleme gibt es bislang im Oberallgäu nicht. Zumindest sind sie dem Pressesprecher des Landratsamts in Sonthofen, Andreas Kaenders, noch nicht zu Ohren gekommen.
Für gewerblich genutzte Flugmodelle ist immer eine Genehmigung erforderlich. Diese erteilt das Luftamt Süd, erreichbar unter folgendem Internetlink: www.regierung.oberbayern.bay

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